Schellong: Inside the CIA – Wikis in Government

Die Session, geleitet von Dr. Alexander Schellong (www.twitter.com/schellong), geht stark in die Richtung der Unternehmensberatung, mit der zentralen Frage: Wo passen Wikis rein? Die Philosophie der Wikis und seine Herausforderung in Unternehmen besonders der Intelligencies ist von besonderem Interesse.

Intellipedia als das Wiki der CIA – ein Pilotprojekt, welches den Sicherheitsbedingungen des CIA angepasst ist – soll die Vorteile in der Wissensverwaltung, die eine Wiki-Struktur bietet für den CIA nutzbar machen. Über 75.000 Mitarbeiter des CIA haben Zugriff zum Bereich der geringsten Sicherheitsstufe in einem dreistufigen System. Features sind wesentlich umfangreicher als bei herkömmlichen Wikis und mit Blogs, Tags, IntelDocs, Intelvideos … erweitert. Anleihen an Wikipedia, Flickr und YouTube sind im Seitendesign nicht zu übersehen.

Zu bestimmten Themen kann jeder mitarbeiten. Hierarchiestrukturen brechen bei einem Wiki auf. Dadurch, dass Einträge nicht anonym sind, wird eine neue wissensbasierte und nicht statusbasierte Arbeitsweise verlangt, die sicher für eine stark hierarchische Organisation wie den CIA eine Herausforderung birgt. Auch Top-secret Artikel werden ausschnittweise zugänglich für Mitarbeiter der niedrigeren Sicherheitsstufe, so dass diese in relevanten Fällen direkt auf die Verfasser der Berichte zukommen können. So bleiben streng geheime Informationen zwar unter Verschluss, werden aber dennoch nutzbar in relevanten Fällen.

Nach der Darstellung des Intellipedia des CIA wurde die Frage gestellt, wie man eine solche Struktur – die es in den CIA geschafft hat – auch in Deutschland implementieren könnte. Wiki´s für jedes Amt? Oder ein Wiki für alle Ämter? Probleme und Chaos wird es in der Einführung des neuen Tools, so waren sich alle Teilnehmer einig, sicher geben. Ein Zweiphasensystem wird als Lösung vorgeschlagen, in dem jedes Amt sein eigenes Wiki implementiert, welche dann zu einem einzigen Wiki zusammengefasst werden sollen.

Als ein behördeninternes Wiki könnte auch ein Mitarbeiterhandbuch als Einstieg generiert werden. Ein Projekt, das klein und schnell zu integrieren ist. Zum Austausch von Erfahrungen würde es sich sicher großer Beliebtheit erfreuen und Mitarbeiter an die Kultur und den Umgang mit Wikis gewöhnen. Die Implementierung von Innovationen erfordert oft jahrelanges Change-Management und Schulungen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sobald die Nützlichkeit des neuen Tools erkannt ist, es um so schneller angenommen wird. Dies lässt Hoffnung für ein Wiki Projekt für deutsche Behörden. Die Nützlichkeit muss erkannt werden um Motivation zu schaffen. Aber wer wird ein Wiki nutzen bzw. dieses aktiv mitgestalten? Meist ist dies eine kleine Gruppe. Die Gefahr des Trittbrettfahrertums ist hier gegeben. Wikis sind meist organisch gewachsen. In einem behördengebundenen Wiki ist die Teilnahme entweder nicht-freiwilliger Art oder wird nur von wenigen aktiv gestaltet. Aber würde ein unfreiwilliges Wiki sein spezifisches Charakteristikum nicht zerstören?

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