Domscheit: Einführung Gov 2.0 im Bereich Verwaltung

Mit beeindruckenden Zahlen über Nutzung und Nutzer der Social Networking Tools eröffnet Anke Domscheit mit der Relevanz Social Networking Tools in der heutigen Welt. Bekannte Beispiele wie der Obama Wahlkampf und die Demonstrationen nach der Wahl im Iran 2009 zeigen die Reichweite solcher Tools. In Sachen Iran lassen sich die Akteure klar fassen als junge Menschen mit guter Ausbildung und einer web Affinität. Politisch aktiv wurde hier eine soziale Gruppe, die in Deutschland den größten Teil der Nichtwähler, also Politik aversen Personen, umfasst. Die Digitale Spaltung, so Anke Domscheit, liegt in drei Arten vor: Online/Offline, Schnelle der Verbindung und die Nutzungskompetenz. In der Verwaltung ist vor allem die dritte Spaltung relevant. Anders als die „Digital Natives“, für die Emails schon nichtmehr up-to-date sind und die mit dem Internet aufgewachsen sind, müssen sich ältere Generationen in das neue Medium erst einarbeiten. Schon dort läuft die Kommunikation zwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen auseinander. Bedeutet dies für uns, dass die Verwaltung und die Politik web 2.0 aufgreifen muss um der Entfremdung von Verwaltung/Politik und Bürger entgegen zu wirken?  However, die eGovernance Strategie von Obama betont, dass Verwaltung TRANSPARENT und PARTIZIPATIV sein soll. Partizipativ bedeutet auch, dass Antwortkanäle offen sein müssen.

Im Anschluss wurden noch einige Beispiele der Möglichkeiten von gov 2.0 genannt:

Angela Merkel beantwortet zum Beispiel die Top 3 Bürgerfragen einer gerateten Hitliste. Wieviele Menschen die Frage beantwortet haben wollen, entscheidet über die Priorität. Die Top 3 sind dann unzensiert.

Foundation of Change geben über die Ergebnisse des amerikanischen Konjunkturpaketes Aufschluss. Nicht wieviele Mittel geflossen sind, sondern der Effekt wird präsentiert (anhand von geschaffenen Arbeitsplätzen etc.).

Wasserqualitäten in ganz Europa werden unter Water Watch sichtbar. Nicht  nur offizielle Statistiken sondern vor allem auch Leservotings werden online gestellt, die durchaus von den offiziellen Zahlen abweichen können.

Fixmystreet.com wurde in Brandenburg jetzt mittlerweile auch aufgegriffen. Nachbarschaftliche Beschwerden und Mängel können gepostet werden. Die Verwaltung kann und muss sofort darauf reagieren.

Show us a better way kommt aus der britischen Verwaltung. Es ist ein Portal, auf dem man als britischer Bürger Ideen einbringen kann; Bürger haben dabei auch selbst Tools erfunden wie zum Beispiel der Loofinder – das am meisten nachgefragte Tool.

cdc.gov, auch aus den USA versucht Schweinegrippefälle zu orten und über Prävention aufzuklären. Spiele machen Weiterbildung in Sachen Schweinegrippe zugänglicher.

Social web ist bereits Mainstream; es ist schon angekommen, so Anke Domscheit. Gute und einfache Angebote sind wichtig, wenn Bürger einzubinden. Nutzerorientierte Toll-Kreationen sind wesentlich.

Links:

Foundation of Change: http://my.barackobama.com/page/content/foundationforchange

Brandenburische Version von Fixmystreet.com: http://maerker.brandenburg.de

UK-Ideationsplattform: http://www.showusabetterway.com/

Water Watch: http://eoe.eea.europa.eu/

US-Schweinegrippenortung: http://www.cdc.gov/

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