Political Excellence | SEgroup.
Wie sieht die Demokratie von morgen aus? Diese Frage wurde nach der besonderen Diskussionsmethodik des „Magic Roundtables“ diskutiert [www.open-forum.de]. Thema war hauptsächlich die Arbeit des unabhängigen Think Tank der SEgroup und dem aktuellen Projekt Journal of Political Exellence [JPox]. Das Onlinejournal beschäftigt sich mit der Frage ‚Wie kann man Demokratie besser machen?‘. Politische Experten und die interessierte politische Öffentlichkeit sollen im Journal zusammengeführt werden. Video Interviews mit Politikern und Papers von Akademikern präsentieren politische Meinungen und Einstellungen von Experten. Ziel ist esdie Sprachlosigkeit zwischen Politik und Bevölkerung zu brechen. Der highpolitics approach soll dem streetpolitics approach weichen. Weiterhin werden Projekte, die Demokratie verbessern sollen, vorgestellt. Verknüpfung und Networking steht dort im Vordergrund. „Expertenwissen ist Vergangenheit“ – Wissensträger, also Bürger und Bürgerinnen ebenso wie Politiker und Wissenschaftler, werden eingeladen diese Frage weiter zu bringen. User-Beteiligung über die Kommentarfunktionen sind wichtig. Leider hat das Journal nicht die Reichweite und die Dynamik, die sich die Konstrukteure wünschen.
Vielleicht liegt das an der für einen streetpolitics approach etwas zu abgehobenen Stil. Auch werden andere Sprachen als Deutsch und Englisch nicht zu gelassen, was die Gruppe potenzieller User weiter einschränkt. Das Ideal der Seite ist es neben einer rein theoretischen Diskussion politischen Aktivismus nach außen zu tragen. Dies ist noch nicht gelungen. Ein Vorschlag der Sessionteilnehmer ist die gezielte themengebundene Diskussion, die sich dann zu einer Preassure-Group formieren kann und das Anliegen mit dem nötigen Druck an den verantwortlichen Entscheidungsträger heran zu tragen.
Was die Seite nach Meinung der SEgroup geschafft hat, sei es zu ermöglichen, dass Gleichgesinnte gefunden werden können. „Etwas was vorher nicht sichtbar war, wird sichtbar!“ Entscheidungsträgern werden Fragen gestellt, die sie sonst nicht gewohnt sind zu beantworten.
Viele Luftblasen werden im virtuellen Raum abgegeben. Die Kunst ist es jedoch den politischen Aktivismus auch aus dem Bereich des Virtuellen heraus zu tragen. Exklusion ist auch ein Problem in Fragen der ePartizipation, doch viel entscheidender als die technische Exklusion ist die selbstgewählte Exklusion aufgrund fehlender Motivation des Bürgers. Dies ist zum einen ein Problem der demokratischen Kultur in Deutschland zum anderen aber auch eine der fehlenden Bereitschaft von Politik und Verwaltung auf die Wähler zuzugehen.
So erfasst StudiVz 70% aller Erstwähler, wird aber bis jetzt nur sehr wenig genutzt um für Partizipation zu werben. Jetzt erst laufen Kooperationen mit Kandidaten. Diese müssen sich aber auch auf derartige Medien einlassen, denen noch viele sehr skeptisch entgegen stehen. Die Kunst der Demokratie sei es den Rückkanal zu schaffen – ein authentischer und nicht vorgetäuschter. Da müssen Spitzenkandidaten sich dann darauf einlassen.
