Die Session des Bundesinnenministerium (BMI) beginnt sehr im Sinne des Barcamps: viel Kollaboration. Die Themen sind nicht festgelegt sondern werden frei vom Publikum vorgegeben. Die Teilnehmer können so die Themen nennen, die ihnen wirklich auf den Nägeln brennen.
Tatsächlich werden ungefähr 20 Themen in den Raum geworfen, die laut Herrn Schwärzer – dem Leiter der Session – in die E-gov Strategie des Bundes und der Länder miteinfließen sollen. Diese Strategie soll bis April 2010 vom BMI entworfen werden. Insofern kann durch die Diskussion beim Camp in den laufenden Prozess tatsächlich eingegriffen werden. Auch später soll ein Input durch eine Plattform des BMI im Internet möglich sein. Im Rahmen der Föderalismusreform soll es die E-gov Strategie u.a. ermöglichen zwischen Bundes- und Länderebene zu kollaborieren und sogar „Mischbehörden“ zu schaffen.
In der Themendiskussion ist auffallend, dass Gov 2.0 Themen wie Bürgerbeteiligung, Bürgernähe, Nutzenorientierung und auch Transparenz eine große Rolle spielen für das anwesende Publikum. Die E-Government Strategie scheint aber eher darauf abzuzielen, die Verwaltung durch IT-Technologie administrativ zu vereinfachen und nicht die Strukturen zu verändern. Interessant in dem Zusammenhang ist auch, dass in einer Ted-Umfrage während der Session 25% der Teilnehmer (die z.T. in Verwaltungen beschäftigt sind) „Akzeptanzmanagement“ in der Verwaltung selbst als großes Problem nannten. Wie eine Teilnehmerin sagten, seien viele Mitarbeiter entweder nicht Technik-affin genug oder hätten schlichtweg Angst durch Bürgerbeteiligung in ihren Aufgabenbereichen eingeschränkt und beeinflusst zu werden.
Gleichzeitig hat ein anderes Ted-Ergebnis ergeben, dass das Thema „Bürgerbeteiligung“, „Bürgernähe“ und „Bedürfnisorientierung“ in der E-Government Strategie des Bundes und der Länder eine große Rolle spielen sollten – somit eigentliche Kernbereiche von Government 2.0. Partizipation ist aber wohl eigentlich zunächst nur als Idee aufgenommen, die an Pilotprojekten getestet wird und zunächst nicht umfassend umgesetzt.
Der Weg zu wirklichem Government 2.0 (Kollaboration, Partizipation, Transparenz) scheint damit noch weit zu sein. Dass Teds Teil der Session waren und explizit darauf verwiesen wurde, sich an der Online-Diskussion zu beteiligen (www.deutschlandonline.de) lässt aber durchblicken, dass es durchaus möglich sein kann auch ohne umgesetzte Strategie bei Bundesbehörden partizipative Prozesse durchzuführen.

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