Schroll: Augmented Citizen – wann wird Virtualität Realität?

Die Session über augmented citizen war eine, wie man sie auf einem Barcamp anzutreffen hofft:

Die Einleitung gab eine kurzen Abriss, was  “augmented reality” – oder zu Deutsch “erweiterte Realität” – ein Begriff, den man in die Kategorie Euphemismus einordnen kann  – in den 80er Jahren bedeutete: Entertainment, bei dem man mit einer Brille oder in einer Höhle in eine pixelige immerse Realität eintaucht.

Schon kurz danach strömten die verschiedensten Berührungen der Teilnehmer mit der Virtualität in die Runde:

TwittARound: eine Iphone-Application die anzeigt, ob an dem Ort, den das Handy gerade im Kamerafokus hat, gerade getwittert wird.

Layar: der erste augmented reality browser, mit dem das neueste Samsunghandy ausgestattet sein wird.

Wikitude.org: eine Plattform, auf der man sich die Welt anschauen kann und ähnlich wie bei Wikipedia Informationen frei zugänglich erhält.

Fixmystreet.com oder maerker.brandenburg.com zeigen, dass augmented reality nicht mehr gar so Zukunftsmusik ist, sondern schon morgen Realität sein kann. Beim Gespräch über Anwendungsmöglichkeiten verlief die Diskussion über die neue Behördenrufnummer D115 und deren Reichweite über BMW-Computer, die automatisch Infos zu den Orten liefern, an denen man gerade vorbeifährt, bis hin zum Ordnungsamt in Californien, das die Parkuhren zentral überwacht und sobald eine abgelaufen ist, losfährt, um einen Parkzettel auszustellen.

Die Gefahr der Überwachung, z.B. durch den im Auto eingeblendeten Polizisten, der erscheint, sobald man zu schnell fährt,  und des Gruppenzwangs, der im Verlust des Privatlebens enden könnte, wurden zwar auch angesprochen, jedoch überwogen die Visionen über die möglichen Nutzen der erweiterten Realität entsprechend dem Bias, der durch die Selbstselektion der Teilnehmer natürlicherweise entsteht.

Wen dieses Thema weiter interessiert, der könnte den Blog des Session-Leiters Willi Schroll “Future Facts Blog” verfolgen oder den Roman “Snow Crash” von Neal Stephenson aus dem Jahr 1992 lesen, der für unsere Zeit ähnlich visionär ist, wie es Jules Verne zu seiner Zeit war.

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